
Mit einem Hebelgriff in die Knie
Über 130 Judokämpfer bei Mannschaftsturnier des TV Lindenberg – Premiere für die Westallgäuer
05.05.2006
Lindenberg (do).
Die Farbe weiß prägte diesmal das Sportgeschehen in der Dreifachturnhalle Lindenberg. Über 130 Judokämpfer von fünf bis 15 Jahren aus dem ganzen Allgäu trafen sich zur Hinrunde der Allgäuer Jugendliga. Auch die Teilnehmer aus Lindenberg bestanden ihre „Feuertaufe“ bei ihrem ersten Wettkampf bravourös.
Für einen „Waza Ari“ gibt es einen halben Zähler, der „Yuko“ zählt nur einen viertel Punkt. Alles klar? Im Judosport dominieren japanische Fachbegriffe. So auch bei der Begrüßung der Kämpfer auf der Matte, die im übrigen „Tatami“ genannt wird. Laut ertönt ein japanisches Grußwort, die beiden Kämpfer stehen sich gegenüber und nicken sich freundlich zu. „Höflichkeit und Disziplin wird im Judosport ganz groß geschrieben“, erklärt Karlheinz Loitz, stellvertretender Judo-Abteilungsleiter beim TV Lindenberg. Nur wenn’s dann ums Kämpfen geht, sind die Gesichter verbissen. Schließlich gilt in den drei Minuten Kampfzeit „höchste Konzentration“.Judo-Jugendliga nennt sich das Turnier, zu dem Kinder und Jugendliche aus Kempten, Lindau, Sonthofen, Altusried, Waltenhofen, Burgberg und Lindenberg zusammentreffen. Dies sind keine offiziellen Meisterschaften, sondern „nur ein freundschaftliches Kräftemessen der Judoka“, wie Loitz erklärt. Eine gute Gelegenheit gerade für die Westallgäuer, die zum Teil noch keinen einzigen Wettkampf absolviert haben. Zehn Jungen und zehn Mädchen stellen eine Mannschaft, die nach Gewichtsklassen eingeteilt wird. Für den TVL kämpften Stefan Benz, Christoph Kleiber, Damian Zeh, Lisa Hartmann und Samantha Beckstein gemeinsam mit Sportlern vom TV Kempten.„Nicht leichtsinnig sein“, warnt Trainer Edgar Haser seinen Schützling Stefan Benz. Mit einer geschickten Fußtechnik und einem Hebelgriff zwingt er seinen Gegner aus Sonthofen in die Knie. „Halten, halten“, schreien seine Kameraden von TV Lindenberg, die zusammen mit der TV Kempten ein Team bilden.. Exakt 25 Sekunden muss er seinen Widersacher mit dem Rücken auf der Matte halten, danach ertönt ein Gong. „Gewonnen“, jubelt sein Trainer und auch Stefan jubelt mit der „Beckerfaust“.Auch für die 13-jährige Samantha ist heute Premiere. Seit vier Jahren geht sie regelmäßig ins Training, „anfangs eigentlich nur, damit ich mich gegen die Buben auch wehren kann“, erzählt sie. Inzwischen hat sie jede Menge Spaß an dem „sanften Weg“, wie Judo wörtlich übersetzt heißt. Dass ihr erster Kampf bereits nach knapp einer Minute durch einen eleganten Schulterwurf ihrer Gegnerin beendet war und sie glatt mit dem Rücken auf dem Boden landete („zweifacher Waza Ari“) ist für sie nicht dramatisch: „Für meinen ersten Kampf war’s okay“, meint sie. Überhaupt stehen die Mädchen den Buben an Ehrgeiz und Kampfeinsatz nicht nach: „Im Gegenteil, die Mädels sind bissiger“, bestätigt Loitz. Ehrgeizig ist auch die zwölfjährige Lisa vom TVL Lindenberg, deren Kampf enorm anstrengend war, aber „dafür gehe ich ja fleißig ins Training“, meint sie. Am Ende belegten die Mädchen den zweiten Platz. Die Buben kamen auf Rang drei.
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